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Esthers und Matthias' Südinselerfahrungen


 

Gästebuch
      

22.02.2005 Esthers und Matthias' Südinselerfahrungen

 

Nicht erschrecken, dies ist der erste Beitrag eines Gastautors, in diesem Falle meine Wenigkeit namens Matthias. Esther, meine Freundin, und ich haben beschlossen unseren Neuseelandurlaub mit einem (und wie es sich herausstellen sollte sogar einem zweiten) Besuch bei Micha und Maria zu verbinden.

Am 10. Februar ist unser Flugzeug nach einem sehr langen, aber ansonsten recht angenehmen Flug in Christchurch gelandet. Micha und Maria haben uns am Flughafen empfangen und uns, um von der aufkommenden Müdigkeit abzulenken, direkt zum Strand entführt. Diese Chance nach einem 30 h Flug mal wieder mit Wasser in Berührung zu kommen, ließen wir uns nicht entgehen und badeten unsere Körper in den Wassern des Pazifik.


Unsere Schlafmützen beim planschen

Maria hatte bereits eine günstige Mietautofirma besorgt, bei der wir am nächsten Tag vorstellig wurden und unser Auto reservierten. Den Rest des Tages haben wir mit Stadtbummeln vertrödelt. Für den Abend stand das erste Highlight der Reise bevor und zwar ein Maori-Abend. Dabei lernten wir unter anderem die typischen (Kriegs-)Tänze der Ureinwohner kennen, welche wir auch gleich ausprobieren durften (von Micha und mir produzierte Kriegsschreie inklusive). Der Abend endete mit einem Hangi, das ursprüngliche, im Erdofen zubereitete Mahl der Maoris.

Am Sonnabend schließlich brachen wir, das heißt Micha, Maria, Esther und ich, auf gen Westküste (welche ihrem Spitznamen "Wet Coast" einige Ehre machen sollte). Um selbige zu erreichen, hieß es zuerst die dazwischen liegende Gebirgskette zu überwinden. Unser Auto schwächelte bei dieser Aufgabe ein wenig, so dass wir mit 45 km/h die Berge hochzuckelten. Nichtsdestotrotz erreichten wir am späten Nachmittag den Zeltplatz, welcher idyllisch inmitten einer zauberhaften Regenwaldlandschaft lag.

 
Mittagspause im Regenwald

Die ersten nächtlichen Regenschauer überstanden, verlief die heutige Route entlang der Küste auf der einen und mächtigen Bergmassiven auf der anderen Seite. Die Mittagspause nutzen wir um unsere von der nächtlichen Nässe benetzten Zelte zu trocknen (dies sollte uns zur Routine werden). Allerdings hat uns das Zelt bis jetzt tadellos vor jeglicher Nässe beschützt. Die Höhepunkte des Tages waren der Besuch des Franz-Josef Gletscher, verbunden mit einer Wanderung zu selbigem und ein Abstecher zum in der Nähe gelegenen Fox Gletscher. Das besondere am Fox Gletscher war, daß man ihn aus dem Regenwald heraus sehen konnte was einen sehr ungewöhnlichen landschaftlichen und farblichen Kontrast ergab.


Der nächste Morgen begrüßte uns mit einem kräftigen Regenschauer, woraufhin wir uns entschlossen unser Kraftfutterfrühstück, bestehend aus Schokopuffreis, Haferflocken, Rosinen und Nüssen ("Macht satt für den Tag") im Auto einzunehmen. Der Regen hatte sich mittlerweile verzogen und wir nutzten die Gelegenheit um einen halbstündigen Track durch den Küstenwald zu laufen. Auf unserer Fahrt besichtigten wir noch einige Wasserfälle bevor wir das Gebiet um Queenstown erreichten. Die Vegetation hatte sich in der Zwischenzeit rapide geändert, da wir die Wetterscheide in Form des Haast Passes überwunden hatten. Die Landschaft wurde insgesamt trockener und europäischer. Nach einer kurzen Tour durch Queenstown begaben wir uns auf den Zeltplatz im "Twelve Mile Delta", welcher einigen von euch aus den "Herr der Ringe" Szenen in "Ithilien" bekannt sein dürfte, wofür er als Set diente.

Als Zeltplatz für den nächsten Abend hatten wir uns die Mavora Lakes ausgesucht, welche ein wunderschönes Naturschutzgebiet und Maori Heiligtum sind. Wir erreichten die Seen am frühen Nachmittag und suchten uns eine direkt am See gelegen Lagerstelle. Weit und breit niemand weiter zu sehen, so daß wir die wunderschöne, uns umgebende Natur ungestört genießen konnten. Aus dem "Herr der Ringe" Location Guide erfuhren wir das nur 300m von unserem Lagerplatz die Trennung der Gefährten (die Bootsüberfahrt und die Trennung der Hobbits) gedreht wurde. Was die können, können wir schon lange und so beschlossen wir unsere eigene Version dieser Szenen mittels Digicam zu filmen.  Ein Lagerfeuer rundete diesen Abend und die uns umgebende Naturidylle ab.


Einsamer Zeltplatz mit den Mavora-Lakes im Rücken

Passenderweise sollte selbiger Ort am nächsten Tag auch bei uns die vorläufige Trennung unserer Gemeinschaft einläuten, da Micha zurück nach Christchurch zum studieren musste und die Maria einfach mitnahm. Esther und ich machten uns auf den Weg Richtung "Milford Sound", der berühmteste Fjord Neuseelands. Wir erreichten das letzte Schiff und begaben uns bei windigem aber wunderschönem Wetter auf eine zweistündige Bootsfahrt. Während selbiger sahen wir pittoreske Wasserfälle in denen sich Regenbögen aufbauten sowie Delphine und eine generell wunderschöne Fjordlandschaft. Die Rückfahrt wurde eines der schweißtreibendsten Erlebnisse unserer bisherigen Tour, da die Strecke Milford Sound -Te Anau ca. 120 km lang ist und wir mit nur 1/3 vollen Tank (unsere Tankanzeige sagte halbvoll, aber das diese falsch ging wurde uns zu spät klar) von Te Anau losfuhren. Bereits nach 20 km stand die Anzeige auf 0, was aber den Bergen geschuldet war. Leider wurde es nicht mehr viel besser, so daß die Tankanzeige bereits 25 km vor Te Anau unter 0 stand und das bei gerader Strecke. Mit dem letzten Tropfen Benzin und schweißgebadet retteten wir uns zur ersten im Ort gelegenen Tankstelle und befüllten unseren 40 Liter Tank mit 42 Litern Benzin. Erschöpft aber zufrieden schliefen wir an diesem Abend ein.

Den Donnerstag verbrachten wir mit der Fahrt nach Dunedin, welches an der Ostküste gelegen ist. Also ging es einmal quer durchs Land. Am Nachmittag erreichten wir Dunedin, welches wir aber aufgrund sehr heftiger Schauer nur aus dem Auto besichtigen konnten.

Dafür überraschte uns der Freitag mit blauem Himmel und Sonnenschein. Die Innenstadt von Dunedin war uns einen kleinen Spaziergang wert, an dessen Ende der Besuch des Otago Settlers Museum stand. Zu Dunedin gehört ebenfalls die Otago Halbinsel welche berühmt für die auf ihr lebenden seltenen Tiere ist. Wir beobachteten Königsalbatrosse, am einzigen Nistplatz auf der Welt der für Menschen zugänglich ist. Ebenso sahen wir gelbäugige Pinguine (es existieren noch ca. 4000 ihrer Art) in einem ihrer letzten Refugien. Die "Moeraki Boulders" besuchten wir auf dem Weg nach Oamaru, unserem Nachtquartier.

Den Sonnabend nutzten wir um den Mt. Cook, mit 3755 m Neuseelands höchster Berg, zu besichtigen. Anschließend liefen wir noch 2 kurze Tracks die uns einen fabelhaften Blick auf den Tasman Gletscher bescherten. Die folgende Nacht war die erste welche wir seit unserer Abfahrt aus Christchurch in einem Haus, besser gesagt in einem kleinen Bungalow, verbringen sollten (einige Nächte vorher waren sehr frisch, weshalb der Wunsch nach einer warmen Nacht entstand).


Mt. Cock

Nach all der vielen Natur und den anschaulichen Landschaften, beschlossen wir, den Sonntag zum Action Highlight unseres ersten Urlaubsteiles werden zu lassen. Wir buchten daher zwei Plätze beim Rangitata Wildwasser Rafting. Vor dem Rafting gab es noch ein paar Sandwiches bevor es in ein wunderschön gelegenes Tal ging. Während des ersten ruhigen Flußabschnittes wurden uns die Grundregeln und Verhaltensweisen erklärt. Dann ging es über die ersten Stromschnellen welche sich von Stufe 1 (das Boot wackelt ein wenig) bis Stufe 5 (die Wellen schlagen über dem Boot zusammen und man versucht nur noch nicht rauszufallen) steigerten. Abgerundet wurde der Abend mit einem leckeren Barbeque und einer anschließenden Runde Risiko mit ein paar Leuten aus dem Backpacker (welche Esther triumphal gewann).


Unser Boot. Zweite Reihe grüner und hellblauer Helm - das sind wir!


...geschafft!

Montags (also gestern) kehrten wir nach Christchurch zurück, wo wir seitdem bei Micha und Maria übernachten und uns am Donnerstag weitermachen gen Nordinsel.

 

 

 

 

   
   
   
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