So, jetzt will ich auch mal was sagen…

May 24th, 2008 by Maria und Micha


Liebe Omis, liebe Opis, liebe Onkels, liebe Tanten,

heute schreibt euch mal der Mattis aus Australien.

Mir gefällt es hier sehr gut. Meistens schmeckt das Essen (besonders das was ich heimlich vom Boden aufsammle). Das Wetter ist auch ok: am Anfang war es zwar ganz schön unangenehm kalt (da lag sogar Eiskrem überall auf der Straße!), aber dann wurde es schnell wärmer.

Ich kann schon sehr gut laufen, am besten geht’s mit Mamas Finger in meiner Hand. Dummerweise lässt sie den nur nie los und ich muss sie immer hinter mir herziehen. Eigentlich würde ich ja am liebsten hopsen wie die Känguruhs, statt zu laufen, aber Papa meint, dazu braucht man einen Beutel. Ansonsten spiele ich sehr gerne im Sandkasten (davon gibt’s hier ne Menge!) oder treffe mich mit Mädels im Freiluft-Fitnessstudio zum Trainieren, man wird ja schließlich nicht jünger. Wenn wir wieder mal den ganzen Tag im Auto rumhängen, telefoniere ich mit meinen Freunden oder schreibe SMS. Bald habe ich Geburtstag und Mama und Papa wollen mich mit einem Zoobesuch überaschen (wie uncool - bin doch kein Baby mehr! Papa schimpft: „Solange Du deine Füße unter meinen Klapptisch stellst und deine Windeln nicht selbst wechselst, gehen wir in den Zoo, wenn es mir gefällt!!!“). Nächste Woche besuchen wir dann meinen Onkel in Thailand, an den ich mich gar nicht mehr erinnern kann - na hoffentlich gibt’s da ‘nen Sandkasten! Am 4. Juni kommen wir dann wieder nach Halle.

Ich hab euch noch ein paar Bilder von mir zur allgemeinen Belustigung rausgesucht.

Viele Grüße und bis bald.

Euer Mattis

Ps. Mami und Papi lassen ausrichten, dass sie ihren Geburtstag schön verlebt haben (na logisch – ich hab ihnen ja auch die tollsten Geschenke gemacht: drei extra volle Windeln, da freuen sie sich immer) und sich recht freundlich für die lieben Glückwünsche und Grüße bedanken. Alle sind herzlich zu einer Nachfeier eingeladen!

Letzter Stopp in Christchurch

May 2nd, 2008 by Maria und Micha

Unsere Zeit in Neuseeland ist viel zu schnell vergangen und schon ist es Zeit zur Abreise. Lasst uns aber erst noch von unseren letzten Wochen berichten. Von Wanaka ging es weiter nach Süden, nach Queenstown und dann am Wakatipu-See entlang in den Fiordland-Nationalpark, wo wir wieder zwei schöne Wanderungen machen konnten: Teile des Caples-Track und des Hollyfords. Für Micha war diese Zeit wieder sehr arbeitsreich, aber für Matti und mich waren die Wanderungen einfach nur eine schöne Abwechslung vom tristen ewigen Autofahren. Die Zeit in der „Wildnis“ war danach aber endgültig vorbei und wir fuhren über Dunedin zurück in Richtung Christchurch. Das Auto muss wohl gespürt haben, dass wir seinem Verkauf immer näher kamen und prompt gab unser treuer Reisegefährte in Oamaru den Geist auf (Glück im Unglück: direkt vor unserem Lieblingshostel blieb er stehen…). Sehr ungünstig war es trotzdem, denn unsere Zeit war genau durchgeplant und dass sich die Reparatur wegen des Wochenendes auch noch verschob, war auch nicht gerade hilfreich. Mit einigem Zeitdruck, aber einem reparierten Auto kamen wir in Christchurch an,nur um erneut festzustellen, dass das Auto nicht mehr lief. Schon leicht panisch mussten wir Termine zum Besichtigen des Autos verschieben und Micha musste mit dem Bus kreuz und quer durch die Stadt geschlagene 3 Stunden bis zur Uni fahren. Wir waren schon echt verzweifelt und begannen Nummern von Autoteilehändlern rauszusuchen, weilwir keine Hoffnung mehr für unser bis dahin so pannenfreies Gefährt sahen. Der bestellte Mechaniker tüftelte eine Weile und als er dann unter dem Auto lag, hörte man ihn mit inem Mal nur herzlich lachen: der vorherige Machaniker hatte eine Mutter vergessen wieder anzuziehen! Wieder einmal also Schwein gehabt. Das Auto wurde am nächsten Tag einem Interessenten vorgeführt und prompt verkauft, wir verbrachten noch einen weniger unterhaltsamen Tag auf der neuseeländischen Ausländerbehörde(unsere Visas mussten um vier Tage verlängert werden), die Proben wurden alle gut verpackt, unsere 7 Sachen wurden auch verstaut und plötzlich saßen wir auch schon im Flugzeug nach Australien, wo wir jetzt im Wohnmobil umhertuckern. Mehr davon später.

See you later, alligator (in a while, crocodile!)

Rast in Wanaka

April 9th, 2008 by Maria und Micha

Hallo zusammen!

Wieder liegt eine ereignisreiche Zeit hinter uns, von der wir nun endlich die Chance haben zu berichten. Im Moment sind wir nämlich in Wanaka (nahe Queenstown - zentraler Süden der Südinsel) und haben gutes Internet zur Verfügung. Eigentlich ist in den letzten Wochen nicht viel passiert, bzw. unsere Tage waren recht eintönig durch Michas vieles Arbeiten geprägt. Trotzdem haben wir immer wieder versucht Abstecher in schöne Gegenden zu machen und Arbeit mit Vergnügen zu verbinden.

Von Christchurch aus (von wo wir das letzte Mal von uns haben hören lassen) ging es Richtung Norden im Inland auf einer sehr abgelegenen Straße (Schotterpiste sollte man eher sagen) drei Tage über die größte Station Neuseelands, Molesworth Station, (Stations sind riesige Weideviehbetriebe) durch recht trostlose, karge Landschaft. Über Ostern nahmen wir uns ein paar Tage frei um die Marlborough Sounds und den Abel Tasman Nationalpark zu erkunden. Das ist eine wunderschöne Küstenlandschaft im Norden mit zahlreichen Inseln, Halbinseln, Buchten, kleinen Stränden und schattigen Pfaden durch Küstenwald. Auf einigen Wanderausflügen im Kahurangi Nationalpark hatten wir sehr erfolgreich Arbeit und Vergnügen vereint, indem Micha erst in den abgelegenen Tälern, von denen wir unsere Wanderungen starteten, arbeitete und wir dann das kurze Stück zu der jeweiligen Hütte wanderten um dort zu nächtigen bzw. weiter zu arbeiten.

Den schönen Norden verließen wir nur widerwillig in Richtung wilder Westküste. Diese Küste ist zwar landschaftlich auch sehr reizvoll, aber da wir sie schon gut kennen, das Wetter schlecht war und wenig Arbeitsmöglichkeiten für Micha vorhanden waren, schrubbten wir erst mal ein paar Kilometer. Das war zwar für Mattis weniger schön, da das lange Autofahren nicht so sehr nach seinem Geschmack ist, aber da muss er durch (irgendjemand hat mal so schön gesagt: Das Leben ist kein Ponyhof!)

Unterwegs hielten wir in Greymouth und Haast. In Haast sind dabei sehr schöne Strandbilder entstanden, als abends der Regen nachließ. Dafür attackierten am nächsten Morgen die Sandfliegen und obwohl ihre Truppen sehr viel größere Verluste hinnehmen mussten als unsere, schmerzte uns das Leid des Kameraden Mattis doch sehr…Der Arme wurde derart ins Gesicht und Ohren, Genick und Fingerchen gestochen, dass die darauffolgenden Nächte recht turbulent wurden.

Jetzt sind wir in Wanaka, einem hübschen Nest am See zwischen Bergen und Micha hat wieder viel gearbeitet,während Matti und ich in einem Hostel entspannen. Noch zwei Wochen haben wir zum Abarbeiten der letzten Populationen und dann noch eine weitere in Christchurch um alle organisatorischen Kleinigkeiten zu erledigen (Van gefällig??) und Micha wird sein Projekt an der Uni in Lincoln vorstellen, bevor es weiter nach Australien geht.

Viele liebe Grüße! Eure drei Ms.

PS: unsere Telefonnummer bis zum Abflug ist: 00642102231161

Zwischenstopp in Christchurch

March 11th, 2008 by Maria und Micha

Drei Wochen sind vergangen und es ist so viel passiert, dass wir schon leicht den Überblick verlieren. Aber beginnen wir am besten dort, wo wir aufgehört hatten: in Oamaru. Der Abschied fiel schwer vom liebgewordenen Heim auf Zeit, aber Michas Arbeit rief und so zogen wir aus in die Wildnis. Für einige Wochen sahen alle Tage mehr oder weniger gleich aus: früh losfahren, eine Pflanzenpopulation bzw. mögliche Standorte einer Population ansteuern, arbeiten (Micha) bzw. im Van oder dem selten verfügbaren Schatten mit Matti spielen (Maria), danach zusammenpacken, weiterfahren zur nächsten Population und dasselbe Spiel noch einmal oder je nach Sonnenstand einen geeigneten Schlafplatz suchen. Alle zwei bis vier Tage wurde diese Monotonie durch Aufenthalte auf diversen Zeltplätzen oder Backpacker-Hosteln unterbrochen, um hygienische und logistische Bedürfnisse zu stillen. Dabei versuchten wir aber auch immer mal wieder durch kleine Abstecher ein wenig die neuseeländische Landschaft zu genießen, denn Michas Arbeitsplätze sind zumeist eher wenig reizvolle, trockene, sonnenverbrannte Graslandschaften. Dabei entdeckten wir die Gegend um Mount Cook (höchster Berg Neuseelands) in den Südalpen mal wieder neu, spazierten auf kleinen Pfaden in abgelegenen Tälern um Methven, genauso wie durch Urwald auf der Banks-Halbinsel bei Christchurch. Mattis ist bei allen Strapazen des Unterwegsseins stets ein kleiner Sonnenschein. Die langen Autofahrten verbringt er meist schlafend, die ständig wechselnde fremde Umgebung entdeckt er voller Neugier und ohne Scheu, für fremde Omas im Supermarkt hat er immer noch ein Grinsen übrig und selbst Sandfly-Stiche nimmt er gelassener als seine Eltern – was für ein Goldkind!— Also von uns hat er das nicht…!

Dabei krabbelt er jetzt überall hin, versucht sich an allem hochzuziehen (was in einem kleinen Van durchaus lustig ist mitanzusehen), versucht sich mit diversen Tieren zu unterhalten („gagaga“ mit Enten und „krietsch!!!“ mit Möwen), probiert sich aber auch mal in Menschensprache („Papa“ klappt schon einwandfrei und „Dadade“ wird meinerseits wohlwollend als „Banane“ interpretiert), außerdem läuft er schon geraume Strecken an beiden Händen gehalten durch den Urwald. Jetzt bekommt der Arme endlich die ersten Beißerchen und hat dabei ein bisschen Fieber und allgemeines Unwohlsein erwischt.

Die letzten paar Tage waren wir in Christchurch und haben es genossen alte Bekannte zu treffen oder eben auch Invasionsbiologen (Matti, äh nee… Micha), unsere Lieblingspizzeria und Sushi-Bar haben wir auch wiedergefunden und nebenbei ein paar Besorgungen getätigt. Unter anderem hieß das unseren Flug umbuchen und so werden wir erst drei Wochen später als geplant (am 4. Juni) wieder deutschen Boden mit den Füßen treten.

Micha kommentiert jetzt noch die Fotos für Euch. Alles Liebe und bis bald!

Maria

 

Kreativitätspause in Oamaru

February 16th, 2008 by Maria und Micha

Um Micha die Gelegenheit zu geben in Ruhe ein Paper zu bearbeiten um es dann wieder einzureichen, legten wir in Oamaru ein Kreativitätspäuschen ein. Aus 3-4 Tagen wurden schnell über 2 Wochen, aber es gibt vermutlich in NZ keinen besseren Platz für derartige Verzögerungen. Wir übernachteten in unserem Van, der aber vor einem Backpacker geparkt war. Dieser Backpacker ist ein echter Geheimtipp: supernette Besitzerin mit ihrer kleinen Tochter Saol (mit der sich Mattis auch gleich angefreundet hat), ganz viele andere nette Backpacker aus aller Welt, ein schönes altes Haus (halb Kunstgallerie, halb Hippiekommune), ein Park mit Schaukel gleich davor und ein Garten mit Trampolin dahinter (beides wurde von Matti freudig in Beschlag genommen).

Oamaru ist eine Kleinstadt an der Ostküste zwischen Christchurch und Dunedin. Es gibt alte viktorianische Sandsteingebäude (!!!!echte Steinhäuser!!!), Hügel von denen man die Stadt und das Meer betrachten kann und als echte Hauptattraktion zwei Pinguinkolonien (Blue Penguins und Yellow-Eyed Penguins). Beide Pinguinarten brüten hier und die Vögel kommen gen Abend aus dem Meer um in den Hügeln, Dünen und Klippen zu übernachten. Dann werden auch die Jungen gefüttert, Sozialkontakte gepflegt und Touristen veralbert - echt sehenwert. Die Yellow-Eyed Pinguine sind zudem auch noch verdammt selten bzw. vom Aussterben bedroht und kommen nur hier in NZ und auf ein paar vorgelagerten Inseln vor.

Mattis hat die Zeit hier sehr genossen. Zuerst war er noch schüchtern, aber es dauerte gar nicht lang und er fühlte sich hier völlig zuhause. Sämtliche anderen Bewohner wurden mit breitem Grinsen um den Finger gewickelt und so gab es immer jemanden, der mit ihm Faxen machen wollte. Prompt hat er angefangen zu robben und jetzt auch zu krabbeln (wenn auch noch etwas wacklig); stehen und sich an diversen Gegenständen hochziehen klappt auch schon phänomenal.
Besonders genießt er das frische Obst- und Gemüseangebot und Blaubeeren, Erdbeeren, Kirschen, Pfirsiche und Süßkartoffel hat er mit Freuden seinem Speiseplan hinzugefügt.

Wir hatten sogar die Möglichkeit ein echtes neuseeländisches Kulturevent mitzuerleben: den Waitangi Day, der neuseeländische Nationalfeiertag. Man gedenkt dem ersten Vertrag zwischen den Maori und den britischen Siedlern, obwohl dieser je nach Übersetzung zum Vor- oder Nachteil der Ureinwohner gestaltet war. Nichtsdestotrotz  wird er ordentlich zelebriert und die Mythologie der Maori überall im Land in Form kleiner Theaterstücke aufgführt. Dazu hatte man sich in Oamaru einen Hügel mit schöner Aussicht ausgesucht (Siehe Fotos).

Außerdem findet man ganz in der Nähe von Oamaru die sog. Elephant Rocks. Wie der Name schon andeutet sehen die Kalksteinfelsen aus wie Elefanten. Wer den Film “Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia (2005)” gesehen hat wird sich vieleicht an die Filmkulisse erinnern.

Viel mehr haben wir in den letzten beiden Wochen nicht erlebt, dafür sind wir jetzt auf dem Weg in Richting Mt. Cook um uns für ca. zwei Wochen ganz der Feldarbeit für Michas Doktorarbeit zu widem. Danach gibts auch wieder was Neues von uns zu hören!

Liebe Grüße!

Maria, Micha und Mattis